Das macht Schule: Damit man das Rad nicht neu erfinden muss

Förderbereich: IT und Datenschutz

Projektzeitraum: 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021

Projektpartner: Das Macht Schule e.V.

Projektbeschreibung

Smartphones sind Hochleistungscomputer für die Hosentasche, sie verbinden uns mit der ganzen Welt. Für viele Schüler bedeutet der Schulweg gleichzeitig den Weg von der digitalen Welt zu Hause in die "digitale Steinzeit" an der Schule. Digitalisierung in Schule wird sowohl unter der Prämisse schlechter technischer Ausstattung diskutiert, als auch fehlender Kompetenzen der Lehrkräfte. So werden Schulen und Lehrkräfte dem Digitalisierungsprozess immer hinterher hinken. Das muss nicht sein! Schule sollte sich auch hier auf ihre Kernkompetenz konzentrieren: Die Pädagogik.

Eine pädagogische Haltung gegenüber dem Digitalisierungsprozess entwickeln

Aufgabe von Schule ist es, eine pädagogische Haltung gegenüber dem Prozess der Digitalisierung zu entwickeln, den Prozess der Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen kritisch zu begleiten und Nutzungspotential und -risiken für den Einzelnen und die Gesellschaft aufzuzeigen. Aus dieser Haltung heraus gilt es, didaktische und pädagogische Konzepte zu entwickeln, wie Medien Teil des Unterrichts werden können. Der DigitalPakt bietet die Gelegenheit, diesen Weg zu beschreiten, denn die Schulen sind aufgefordert, ein entsprechendes Konzept zum Einsatz digitaler Medien zu entwickeln.

Die Kenntnis der technischen Risiken der Computernutzung und das Erlernen geeigneter Vermeidungsstrategien sind ein wichtiger Aspekt des kompetenten Umgangs mit digitalen Medien. Allerdings findet das, sowie die Auseinandersetzung mit dem pädagogisch-didaktischen Potenzial aufgrund fehlender Ressourcen in den meisten Kollegien kaum statt.

Das Bildungsdreieck Lehrer, Schüler, Eltern ist offen für das Thema.

"Digitale Medien schaffen Räume, um sich zu mischen, sich gegenseitig zu beeinflussen, neue Herangehensweisen zu erfinden und steigern das kreative Niveau" heißt es im digitalen Leitfaden der evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ). Das ist aber nur möglich, wenn dafür die infrastrukturellen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das braucht Geld, was der DigitalPakt nur dann zur Verfügung stellt, wenn die jeweilige Schule in der Lage ist, ein entsprechendes Medienkonzept vorzulegen. Dabei ist die Orientierung an Konzepten anderer mehr als hilfreich, um seine eigene Linie zu finden. Das Bildungsdreieck Lehrer, Schüler, Eltern ist offen für das Thema.

80 Prozent der Lehrkräfte sehen in der Digitalisierung große Chancen für erfolgreiches Lernen und bestätigen, dass Schüler bei Lernvideos, Internetrecherchen oder modernen Präsentationsprogrammen aktiver und aufmerksamer seien und wünschen sich einen vielseitigeren Einsatz digitaler Medien. 98 Prozent der Schüler erwarten, dass ihnen die Schule die Computerkenntnisse vermittelt, die sie später brauchen. 90 Prozent der Eltern sehen das genauso. – Und Firmen erwarten digitale Souveränität von Schulabgängern. Allerdings ist für 61 Prozent der Schüler die Nutzung elektronischer Medien im Unterricht immer noch die Ausnahme (diverse Studien von Bitkom, VBE, Learntech und Bertelsmann Stiftung). Insbesondere für sozial Benachteiligte bedeutet das schlechte Chancen beim Berufseinstieg.
Für den Digitalisierungsprozess braucht Schule dringend Unterstützung. Der „DigitalPakt Schule“ ist ein guter Treiber. Allerdings darf die Motivation, die aus der Möglichkeit erwächst, an den 5 Mrd. Euro aus dem DigitalPakt teilhaben zu können, jetzt nicht verpuffen.

Ziel: niedrigschwellig gute Medienkonzepte ermöglichen

Mit Förderung der DATEV Stiftung Zukunft unterstützt Das macht Schule Schulen pragmatisch und wirkungsvoll bei der Umsetzung des DigitalPakts. Wir wollen erstens erreichen, dass die Mittel aus dem DigitalPakt für Schulen zum Einsatz kommen können und dort Nutzen stiften. Dazu müssen diese Mittel abgerufen werden (können, was ein entsprechendes Konzept verlangt). Wir möchten zweitens, dass diese Mittel nicht nur von den Schulen abgerufen werden, die ohnehin zu den besser ausgestatteten gehören, über entsprechende Netzwerke und Kompetenzen verfügen und dass die, die das nicht haben, auf der Strecke bleiben. Wir möchten drittens, dass die Schule nur die tatsächlich unbedingt notwendige Zeit für das Erarbeiten dieses Konzeptes benötigt und somit nicht unnötig Zeit dem regulären Schulbetrieb entzogen wird. Dabei wollen wir durch das Zurverfügungstellen von Best-Practice und Hilfestellung dafür sorgen, dass diese Konzepte substantiell gut und nachhaltig an der Schule umsetzbar sind.
Dadurch setzen wir gleichzeitig einen Impuls in der Schule, dass man nicht alles selbst erfinden muss und legen einen Samen für kooperatives Arbeiten. Wir schaffen einfache (digitale) Zugänge zu dem notwendigen Wissen, um Mittel aus dem DigitalPakt zu bekommen und vernetzen interessierte Partner untereinander – ein Austausch, der bisher an Schulen nicht unbedingt so üblich ist.

Wir wollen möglichst viele Schulen inspirieren

Die Absicht ist, dass sich viele Schulen inspiriert fühlen und sich konkrete Gedanken machen, wie sie die digitalen Möglichkeiten in ihrem Schulalltag nutzen können. Und wir wollen in dem nachgeschalteten Enabling-Prozess möglichst viele Schulen dazu bringen, ein gutes technisch-pädagogisches Medienkonzept für ihre Schule zu entwickeln – das die digitalen Kompetenzen fördert und für Datenschutz und IT-Sicherheit sensibilisiert.

Der digitalen Schere entgegen wirken und für mehr Chancengerechtigkeit sorgen

Die damit einhergehende Digitalisierung sorgt langfristig und nachhaltig für Entlastung bei Lehrkräften und Schulleitungen. Das Anpassen von Best-Practice auf die individuellen Bedürfnisse der Schule ist gleichermaßen Einarbeitung und Weiterbildung (Training on the Job). Schülerinnen und Schüler bekommen abwechslungsreichere Arbeitsmöglichkeiten und die Chance zu lernen, sich verantwortungsvoll und co-kreativ im digitalen Raum zu bewegen und mit Medien und Daten umzugehen ohne sich selbst oder anderen zu schaden. Ebenso ergeben sich hierdurch Möglichkeiten, den Umgang mit politischen und anderen Informationen aus dem Internet zu üben. Eltern erleben eine zukunftsgerechtere Bildung ihrer Kinder und Unternehmen profitieren von mehr Medien- und IT-Kompetenz beim Nachwuchs.

Besonders überlastete Lehrer in Brennpunktschulen können von dem Angebot profitieren, sowie Schüler und Schülerinnen, in deren Elternhaus eine gute digitale Ausstattung keine Selbstverständlichkeit ist und Schulen, die nicht so einfach in der Lage sind sich ggf. durch bezahlte externe Hilfe bei einem Medienkonzept helfen zu lassen. Das wirkt der digitalen Schere entgegen und sorgt für Chancengerechtigkeit.

Mehr zum Projekt

Weitere Informationen zu "Das macht Schule" finden Sie unter
https://www.das-macht-schule.net/digitalpakt/

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